V-Modell-Kern und Vorgehensbaustein-Landkarte

Wie bereits erwähnt ist für jeden Projekttyp vorgegeben, welche Vorgehensbausteine verpflichtend und welche optional verwendet werden. Der Vorgehensbaustein ist somit die zentrale Einheit des Tailorings, also der projektspezifischen Anpassung des V-Modells an ein konkretes V-Modell-Projekt. Dabei werden die für ein konkretes V-Modell-Projekt benötigten Vorgehensbausteine entsprechend den Vorgaben des Projekttyps ausgewählt und festgelegt. Insgesamt existieren 21 Vorgehensbausteine, die sich grob in vier Bereiche einteilen lassen anhand derer die farbliche Markierung in Abbildung 5 vorgenommen wird.

In einem ersten Bereich liegen diejenigen Vorgehensbausteine, die in jedem V-Modell-Projekt benutzt werden können. Dazu gehört der V-Modell-Kern der dabei ein Mindestmaß an Projektdurchführungsqualität garantiert: In jedem V-Modell-konformen Projekt sind die in den Vorgehensbausteinen des V-Modell-Kerns definierten grundlegenden Managementmechanismen zu verwenden. Die Vorgehensbausteine des V-Modell-Kerns sind die Vorgehensbausteine Projektmanagement, Qualitätssicherung , Konfigurationsmanagement sowie Problem- und Änderungsmanagement.

Zusätzlich kann in jedem Projekttyp noch der Vorgehensbaustein Kaufmännisches Projektmanagement und Messung und Analyse verwendet werden. Der Vorgehensbaustein Kaufmännisches Projektmanagement definiert Verfahren und Hilfen für die Integration des Projektmanagements in das übergreifende kaufmännische Management. In Messung und Analyse werden Verfahren für die organisationsweite und projektübergreifende Erfassung und Auswertung von Kennzahlen bereitgestellt.

In einem weiteren Bereich befinden sich alle Vorgehensbausteine, die ausschließlich für die Entwicklung eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells benötigt werden. Dieser Bereich umfasst ausschließlich den Vorgehensbaustein Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells, mit den notwendigen Verfahren und Richtlinien für die Einführung eines Vorgehensmodells innerhalb einer Organisation und die anschließende Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

In einem dritten Bereich sind alle Vorgehensbausteine angesiedelt, die für die Entwicklung eines Systems benötigt werden oder optional verwendet werden können. Dieser Bereich umfasst die Vorgehensbausteine Anforderungsfestlegung, Systemerstellung, HW-Entwicklung, SW-Entwicklung, Logistikkonzeption, Weiterentwicklung und Migration von Altsystemen, Evaluierung von Fertigprodukten, Benutzbarkeit und Ergonomie und Systemsicherheit. Außerdem ist diesem Bereich der Vorgehensbaustein Multi-Projektmanagement zugeordnet. Dieser unterstützt die fachliche Aufteilung des Gesamtprojektes in mehrere Teilprojekte noch vor der Anforderungsfestlegung.

In einem letzten Bereich finden sich diejenigen Vorgehensbausteine, die für die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer benötigt werden. Dazu gehören die vier Vorgehensbausteine Lieferung und Abnahme (AG), Lieferung und Abnahme (AN), Vertragsschluss (AG) und Vertragsschluss (AN), in denen festgehalten ist, wie eine Beziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer zustande kommt und vertraglich fixiert wird. Außerdem wird darin definiert, wie der zu entwickelnde Gegenstand vom Auftragnehmer an den Auftraggeber geliefert und von diesem abgenommen wird.

Die einzelnen Vorgehensbausteine des V-Modells werden detailliert in der V-Modell-Referenz Tailoring vorgestellt.

Abbildung 5: Vorgehensbausteinlandkarte

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